Hardware auf allen Ebenen – auch die Äußerlichkeiten planen

Zum Gelingen des Auftritts ist eine Planung der Äußerlichkeiten nötig. Ohne ein funktionierendes Equipment, ausreichende Ersatzteile, das vertraut-Machen mit der benutzten Technik kann weder ein Vortrag, noch ein Workshop oder ein Konzert gelingen. Je nach Veranstaltungsart kann dies natürlich sehr unterschiedlich ausfallen.

Die zeitliche Planung ist auch hier sehr individuell und hängt unmittelbar der Infrastruktur am Wohn- bzw. Arbeitsplatz zusammen. Wenn ich beispielsweise in einer Großstadt wohne oder arbeite, werde ich die eventuell benötigten und gängigen Ersatzteile vermutlich relativ zügig vor Ort erstehen können. Wohne und arbeite ich aber ländlich, müssen zu mindestens Fahrtzeiten zur nächsten Einkaufsmöglichkeit eingeplant werden. Eventuell muss ich die benötigten Teile bestellen und muss dies dann zeitlich Wochen vor dem geplanten Termin erledigen, damit das benötigte Ersatzteil auch rechtzeitig per Post eintrifft.

Zur Planung der Äußerlichkeiten gehört auch die Kleidungsfrage. Welcher Dresscode ist bei der geplanten Veranstaltung Usus? Sind für die Veranstaltung noch Kleidungsstücke zu besorgen? Hier steckt der Teufel oft im Detail. In meiner langjährigen Praxis als konzertierende Künstlerin habe ich hier viele kleinere Stresssituationen – meist unmittelbar – vor dem Konzert erlebt: Die Strumpfhose ist gerissen und ich musste noch schnell einen Ersatz besorgen. Oder alles ist gepackt, zeitlich schon etwas eng natürlich mal wieder – und dann stellt man fest, dass die Schuhe leider noch geputzt werden müssen. Banal – aber aus nicht nur meiner Praxiserfahrung lauern gerade hier oft Stressfallen. Eine meiner Kolleginnen beispielsweise, die viel konzertiert, hat einen speziellen Koffer fertig gepackt für ihre Konzerte. Da sind die (natürlich geputzten) Auftrittsschuhe drinnen, eine Ersatzstrumpfhose oder Socken, der Notenständer, ein Nessessär mit ihren Schminkutensilien, eine Wasserflasche, Handcreme, Bürste und Kamm, die Pultleuchte mit Ersatzbatterien – also alles, was auf jeden Fall immer dabei ist. Sie kontrolliert vor der Abreise zu einem Konzert immer noch einmal kurz den Inhalt, fügt die benötigten Noten und ihre Konzertkleidung hinzu und ist so sehr entspannt fertig. Dazu gehört natürlich, dass sie konsequent nach jedem Konzert diesen Auftrittskoffer neu packt und fehlende Utensilien ergänzt. Dies ist ein Beispiel für eine gelungene, stressreduzierte Vorbereitung.

Ich kann Ihnen nur empfehlen: Erstellen Sie sich eine auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittene Checkliste, die für verschiedene Teilgebiete der Vorbereitung nützlich ist.

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