Mentale Vorbereitung auf Auftritt – Vortrag oder Konzert 4

4. Kinästhetische Übungen
Für kinästhetisch ausgeprägte Persönlichkeiten ist es wichtig, Dinge fühlen, tasten, anfassen zu können. Auch hier kann man bestimmte Übungen in die Auftrittsvorbereitung integrieren, die Sicherheit geben und somit das Stresspotenzial einer Auftrittssituation minimieren können.

Den Raum be-greifen
Für diese Methode muss vor der Veranstaltung genügend Zeit eingeplant werden, denn hier wird der Raum mittels des Tastsinn regelrecht erobert. Stühle rücken, Tische stellen, sortieren der Unterlagen, Aufstellen der „Hardware“ wie Beamer oder Flipchart, Fenster öffnen und schließen, Vorhänge schließen – so wird der unbekannte Raum ertastet, vertraut gemacht. Wenn dann noch verschiedene, in der Auftrittssituation üblicherweise zurückzulegende Wege innerhalb des Raumes erlaufen und mit geschlossenen Augen geübt werden, so wird der Raum in kurzer Zeit fast so vertraut wie das eigene Wohnzimmer. Auch dies trägt sehr gut dazu bei, Unsicherheiten abzubauen und den bevorstehenden Auftritt souverän zu meistern.

Talisman
Eine beliebte kinästhetische Methode – nicht nur bei kinästhetisch geprägten Menschen – ist die Verwendung eines Talismans. Gerne werden dafür Dinge benutzt, die mit einer positiv geladenen Emotion in Verbindung gebracht werden, beispielsweise schöne Erinnerungen wachrufen. Man kann sich auch einen Talisman selbst in der Natur für die jeweilige Situation suchen. Beliebt sind auch Heilsteine als Talisman, die zusätzlich zur positiv besetzten Erinnerung oder Emotion noch die spezielle Wirkung des Seins einbringen.
Den Talisman sollte man unproblematisch in der jeweiligen Situation anfassen können. In dem Moment, wo der Talisman berührt wird, wirkt er wie ein positiver Anker und verleiht so Sicherheit.

Ansprache in den Händen halten
Dies ist eine Methode für Redner und Vortragende und bietet den weiteren Vorteil, dass sie automatisch eine gedankliche Stütze integriert. Auf Karteikarten (nicht Papier, sondern Karteikarten wegen des festen Karton – zittrige Hände fallen so weniger auf) werden Stichpunkte des Vortrags oder der Rede/Moderation chronologisch notiert. Allein das Halten der Karten in der Hand – trotz der vielleicht vorhandenen Präsentation mittels Computer – verleiht kinästhetisch geprägten Personen Sicherheit. Tipp aus der Praxis: Die Karteikarten in Reihenfolge nummerieren. Falls sie mal in Unordnung geraten oder runterfallen, kann man so schnell die richtige Reihenfolge wiederherstellen.

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