Komponistinnen vorgestellt: Anna Amalia von Preußen

Heute möchte ich euch Anna Amalia von Preußen vorstellen, deren Sonate F-Dur für Flöte und B.C. wir bei unserer Konzertreihe mit Werken von Komponistinnen spielen werden.
Anna Amalia von Preußen (1723-1787) hätte am 9. November 2018 ihren 295. Geburtstag gefeiert.

Anna Amalia von Preußen war die jüngste Schwester von Friedrich des Großen und wuchs mit ihrer Schwester Ulrike gemeinsam auf, mit der sie auch gemeinsam beim Hoforganisten Gottlieb Hayne ihren ersten musikalischen Unterricht genoss. Vor allem im Klavierspiel machte sie durch ihren Fleiß gute Fortschritte, die ihre Schwester zwar zur Verzweiflung trieb („C’est ma soeur Amélie qui, toute la journée, était au clavecin, et souvent je m’en impatientais, étant logée dans une même chambre, ce qui m’empêchait de lire et écrire“/in einem Brief von Ulrike von Preußen an ihren Bruder), für das sie aber sehr gerühmt wurde.
Anna Amalia erhielt zwar von ihrem Bruder eine Flöte geschenkt und versuchte sich auch am Violinspiel – aber mit mäßigem Erfolg, wie sie selbst in einem Brief an ihre Schwägerin Wilhelmine berichtet: „Ich vollbringe Wunder für mich! Ich werde die Grauns, Hasse und die Bendas sicherlich mit meinem Violinspiel übertreffen. Mein Strich mit dem Bogen ist so leicht und so sanft, daß die Maupertius (Hofmeisterin Amalias) sich die Ohren zuhält und mir schwört, daß ich sie bis auf den Grund ihrer Eingeweide quäle“.

Geregelten Musikunterricht erhielt Anna Amalia von Preußen wohl erst nach dem Tode ihres Vaters. Ihre ersten Kompositionen schrieb sie im Alter von 21 Jahren. Die Musik war ihre Leidenschaft und prägte ihr Leben.
In späteren Jahren nahm sie beim Bach-Schüler Johann Philipp Kirnberger Unterricht, der ihre Liebe zur Alten Musik entfachte. Es ist aber ein Irrtum, sie als ausschließliche Verfechterin des Alten zu betrachten.

Ihre umfangreiche Musikaliensammlung ist heute als „Amalien-Bibliothek“ Teil der Preußischen Staatsbibliothek. Sie umfasst neben vielen Werken Johann Sebastian Bachs (u.a. Brandenburgische Konzerte, Matthäuspassion und h-moll-Messe) auch Werke von Carl Philipp Emanuel Bach, Georg Friedrich Händel, Johann Adolf Hasse, Carl Heinrich und Johann Gottlieb Graun.
Erhalten über die Jahrhunderte hat sich auch die von ihr in Auftrag gegeben Hausorgel für das Berliner Stadtschloss. Diese Orgel war ihr so wichtig, dass sie die Orgel bei ihrem Umzug ins Palais Unter den Linden umsetzen ließ. Heute kann man diese Orgel in der Kirche zur Frohen Botschaft in Berlin-Karlhorst bewundern.
Von ihren Werken sind heute neben der von uns gespielten Flötensonate in F-Dur weitere Werke für verschiedene Instrumente, Kantaten, Choräle und Militärmärsche erhalten.
Anna Amalia von Preußen blieb unverheiratet. Mehrere mögliche Verbindungen wurden von ihrem Bruder abgelehnt. Sie selbst schlug die Verbindung zum schwedischen Thronfolger aus, den ihre Schwester Ulrike stattdessen heiratete. Ihre Liaison mit dem Freiherrn von Trenck ist historisch nicht zweifelsfrei belegt. Trotzdem bleibt diese vermutliche Liaison bis heute noch Inhalt so mancher Vermutungen – so z.B. im Film“ „Trenck – Zwei Herzen gegen die Krone“ mit Alexandra Maria Lara und Ben Becker in den Hauptrollen.

Wer ihre Flötensonate gerne hören möchte, ist herzlich eingeladen zu unseren Konzerten am

19.01.2019 um 20 Uhr im Gemeindezentrum der Wallonisch-Niederländischen Gemeinde, Gärtnerstraße 2 in Hanau,

am 24.01.2019 um 19:30 Uhr in der Osterkirche, Mörfelder Landstr. 214 in Frankfurt

oder am 14.02.2019 um 19:30 Uhr ins Kulturzentrum Englische Kirche, Ferdinandstraße 16 in Bad Homburg zu kommen.

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