Natürliche Müdemacher – Endlich gut schlafen Teil 4
Collage aus 10 Fotos im Polaroidstil mit Pflanzen. Von links oben: Baldrian, Goldmohn, Johanniskraut, Lavendel, Zitronenmelisse, Passionsblume, Schafgarbe, Hafer, Kamille und Hopfen
Natürliche Müdemacher

Natürliche Modemacher – Endlich gut schlafen Teil 4

Natürliche Müdemacher helfen dir endlich gut zu schlafen:

In unserer Natur gibt es für diverse Probleme und größere und kleinere Wehwehchen (das ist nicht abwertend gemeint!) viele hilfreiche Pflanzen. Auch bei Schlafproblemen hält die Natur einige Pflanzen für uns bereit – und das sind nicht wenige! 

Ich habe insgesamt 16 natürliche Müdemacher für dich zusammengetragen und stelle sie dir in diesem Artikel vor.

Die Kenntnis der Wirkungen von Heilpflanzen beruht auf uraltem Wissen aus verschiedenen Kulturen und wurde früher oft mündlich von Generation zu Generation weitergegeben. Im alten Mesopotamien gab es bereits ca. 2000 v.Chr. erste Aufzeichnungen über Pflanzen und ihrer Heilwirkung. Somit ist dieses Wissen etwa 5000 Jahre alt!

Anwendung von Heilpflanzen

Bei der Nutzung von Heilkräutern gibt es aber ein paar Dinge zu beachten

Zum einen die richtige Anwendung – und dann auch ggf. bei dir bestehende Unverträglichkeiten oder Kreuzallergien. Dies solltest du unbedingt abklären, bevor du Heilkräuter anwendest. Auch in der Schwangerschaft solltest du Heilkräuter nicht ohne Absprache mit deinen Ärzten benutzen. Ich kann und darf mit diesem Artikel keine ärztliche oder heilkundige Beratung ersetzen und kann daher keine Haftung übernehmen, wenn du die Wirkungsweise von Heilkräutern auf eigene Gefahr hin ausprobieren möchtest. 

Generell kann man Heilkräuter äußerlich als Tinktur bei Einreibungen, Auflage bei Wickeln oder Badezusatz benutzen. Innerliche Anwendungsmöglichkeiten sind beispielsweise Tropfen, Tee, Kapseln oder Frischpflanzensäfte. Du kannst aber natürlich auch Heilkräuter roh deinem Salat beimengen, sie als Pesto verarbeiten oder als Gewürz verwenden.

Ich stelle dir nun insgesamt 16 Heilpflanzen und ihre Anwendung vor, die sich bei Schlafproblemen bewährt haben. 

Baldrian

Im Vordergrund Blütendolden mit kleinen, rosafarbenen, fünfblättrigen Blütenkelchen mit innenliegenden, über den Rand herausragenden, weißlichen Pollenstand und Knospen. Mitten auf der Blüte sitzt ein Marienkäfer, den Kopf dem Betrachter zugewandt. Im Hintergrund unscharf grüne Grasstengel
Baldrian

Baldrian ist die wohl bekannteste natürliche Einschlafhilfe. Es gibt unzählige Schlaftees oder Einschlaf-Kapseln, in denen Baldrian enthalten ist. Meist allerdings in Kombination mit anderen Heilpflanzen. Bis Baldrian seine Wirkung entfalten kann, braucht es etwas Geduld: Erste Resultate wirst du nicht vor einer Anwendungsdauer von zwei Wochen sehen.

Für einen Baldriantee werden die getrockneten Wurzeln geraspelt und mit heißem Wasser übergossen. Da die Wirkstoffe des Baldrians nur langsam in die Flüssigkeit übergehen, empfiehlt es sich aber die Wurzelstücke 12 Stunden in kaltem Wasser einzuweichen, dann zu erwärmen und vor dem Trinken die Wurzelstücke zu entfernen.

Für ein Baldrianbad bringt man 100 g Wurzel in 2 Liter Wasser zum Sieden und lässt es ca. 15 Minuten ziehen. Dann fügt man den Sud dem Badewasser hinzu.

Tipp: Baldrian lässt sich einfach im eigenen Garten ziehen – und sieht auch noch richtig schön aus. Er bevorzugt einen sonnigen Standort, gedeiht aber auch im Halbschatten gut. Er verträgt Trockenheit nicht so gut, mag aber auch keine Staunässe. In freier Natur ist meist in der Nähe von Gewässern zu finden. Er bildet hübsche, filigrane, zartrosa Blüten. 

Wichtig: Wenn du Baldrian zu dir genommen hast, darfst du kein Auto fahren oder andere Tätigkeiten durchführen, die Aufmerksamkeit erfordern.

Schwangere, Stillende und Kinder unter drei Jahren sollten kein Baldrian einnehmen. In seltenen Fällen kann Baldrian auch Übelkeit und Bauchschmerzen auslösen.

Hopfen

Nahaufnahme von einer Traube hellgrünen Hopfenblüten. Die Blüten bestehen aus dünnen hellgrünen Blütenblättern, die zapfenartig angeordnet sind. Oberhalb an den hellgrünen, zarten Stengeln sieht man die sitz zulaufenden, hellgrünen, gezackten Blätter der Pflanze. Im Hintergrund unscharf weiter Hopfenranken, die an einer Dachkante wachsen.
Hopfen

Mit Hopfen kann man viel mehr als Bier machen. Obwohl: Dass Bier auf manche Zeitgenossen durchaus einschlaffördernde Wirkung hat, lässt sich garantiert auf seinen Hopfenanteil zurückführen.

In Studien konnten ihm antibakterielle, antimykotische, appetitanregende, krampflösende und magensaftanregende Eigenschaften nachgewiesen werden. Seine wesentlichen Wirkstoffe sind die Bitterstoffe Lupulon und Humulon, die schlaffördernde und beruhigende Eigenschaften besitzen. In der traditionellen, pflanzenbasierten Medizin wird er zudem bei Angstzuständen und innerer Unruhe eingesetzt. Durch seinen hohen Östrogengehalt kann er ggf. auch bei Hitzewallungen in den Wechseljahren helfen. Seine Wirkungsweise bei hormonellen Störungen muss aber noch weiter erforscht werden.

Für eine Tasse Tee werden ein bis zwei Teelöffel getrocknete und zerkleinerte Hopfenzapfen mit 150 Millilitern kochendem Wasser übergossen und abgedeckt ziehen gelassen. Den Hopfentee am besten etwa eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen trinken. Besonders gut wirkt Hopfen in der Kombination mit anderen, schlaffördernden Pflanzen.

Für ein Vollbad wird aus 20 g Hopfen ein Sud bereitet und dieser dem Badewasser zugegeben.

Bei Kindern hilft ein mit Hopfen gefülltes Kräuterkissen im Bett. Hier muss die Hopfen-Füllung jede Woche gewechselt werden, damit die Wirkung erhalten bleibt.

Du kannst Hopfen auch gut im eigenen Garten anpflanzen. Aber nur die weiblichen Pflanzen bilden die Doldenblüten aus denen später die Hopfenfrucht heranreift. Daher solltest du die Pflanzen im Fachhandel kaufen. Hopfen braucht einen sonnigen Standort und regelmäßige Wasser- und Düngerzufuhr. Erntereif sind die Früchte, wenn sie aromatisch duften und innen ein gelbliches Pulver zu sehen ist. Dann kannst du sie vorsichtig an trockenen Tagen abschneiden. Die getrockneten Dolden kannst du unproblematisch im Gefrierschrank bis zu einem Jahr lagern und bei Bedarf verwenden.

Zitronenmelisse

Nahaufnahme Zitronenmelisse. Die vorderen gezackten, hellgrünen Blätter mit Stil sind scharf. Die hinteren Blätter verlieren sich unscharf im Hintergrund. An der Ansatzstelle im Vordergrund sind 2 kleine weiße Blütenbecher zu sehen.
Zitronenmelisse

Gerade bei nervös bedingten Schlafstörungen und Schlafstörungen, die mit Verdauungsproblemen einher gehen hat sich Melisse bewährt: Daher findet man sie nicht nur als Geschmacksgeber in vielen Teemischungen zum besseren Ein- und Durchschlafen. Zum einen ist der Geschmack einfach richtig lecker, zum anderen wirkt Melisse entkrampfend, beruhigend, antibakteriell und sogar antiallergisch. Melisse wird in der traditionellen Pflanzenmedizin überall dort eingesetzt, wo rhythmische Abläufe gestört sind – also auch bei Herzbeschwerden, Magen-Darm-Problemen, Menstruationsbeschwerden, Unruhezuständen, Depressionen und Kopfschmerzen. Übrigens: Zitronenmelisse ist dieselbe Pflanze wie Melisse. Sie wird nur aufgrund ihres zitronenähnlichen Geschmacks oft als Zitronenmelisse bezeichnet.

Für deinen Melissentee brauchst du nur einfach ein paar frische oder getrocknete Blätter mit heißem Wasser überbrühen und ein paar Minuten ziehen lassen. Ganz easy.

Du kannst auch Melisse gut im Garten anbauen. Sie liebt einen sonnigen bis halbschattigen, windgeschützten Standort. Sie vermehrt sich sehr rasch. Wenn du sie im Topf anpflanzt, musst du sie ständig in einen größeren Topf umsetzen. Im Garten solltest du eventuell eine Wurzelbarriere setzen, damit sie dir nicht zu viel Fläche zuwuchert. Kurz vor ihrer Blüte im Juni/Juli ist der perfekte Zeitpunkt zur Ernte. Da hat sie die meisten Aromastoffe eingespeichert. Dann einfach in Höhe von ca. 10 cm vom Boden abschneiden. Im September ist dann eine zweite Ernte möglich.

Lavendel

Nahaufnahme von Lavendelblüten. Die vorderen und hinteren Blüten unscharf. In der Mitte sind die lilafarbenen Blütenstände an grünen Stängeln gut zu erkennen. Am linken Bildrand sitzt eine Hummel auf einer Blüten, knapp links von der Bildmitte eine Schwebwespe und am rechten Rans ein blaßgelber Falter.
Lavendel

Lavendel hilft nicht nur gegen Motten, sondern auch durch seine beruhigende Wirkung gegen nervös- oder angstbedingte Schlafprobleme. Nicht umsonst gibt es die aus der Werbung gut bekannten schlaffördernden Kapseln mit dem Wirkstoff Lavendel.

Grund hierfür sind die im Lavendel wirksamen Duftstoffe Terpene, die vermutlich auf das limbische System und den GABA-Stoffwechsel im Gehirn wirken. Insgesamt gilt Lavendel als beruhigend, nervenstärkend, krampflösend, angstlösend, schmerzlindernd – auch bei rheumatischen Erkrankungen, antibakteriell und schleimlösend.

Für einen Schlaftee lässt du 2 gehäufte Teelöffel Lavendelblüten 8 bis 10 Minuten in heißem Wasser ziehen. Schon ein mit Lavendel gefülltes Kissen kann aber schon beim Einschlafen helfen. 

Es wird immer mal wieder behauptet, dass Lavendel im Schlafzimmer gefährlich sei. Da kann ich dich aber beruhigen – er ist absolut ungefährlich! Wenn du aber empfindlich auf Gerüche reagierst, solltest du vielleicht besser auf ein Lavendelkissen im Bett verzichten.

Schwangere und Stillende sowie Kinder unter 12 Jahren sollten Lavendel nicht anwenden da es hierzu noch keine gesicherten Erkenntnisse gibt, ob die Einnahme für sie unbedenklich ist. Auch sollte man mit dem ätherischen Lavendelöl bei Kleinkindern und Babys nicht in die Nähe von Mund oder Nase kommen. Das könnte Atemnot auslösen. Auch Asthmatiker sollten mit der Anwendung von Lavendel vorsichtig sein.

Übrigens scheinen Spinnen den Duft von Lavendel ebenso wenig zu mögen wie Motten: Es ist ein altbewährtes Mittel, Lavendel vor Fenstern zu platzieren, um Spinnen abzuhalten ins Haus zu kommen.

Du kannst Lavendel unproblematisch im Garten oder auch in Töpfen ziehen. Er bevorzugt einen sonnigen Standort und ist ziemlich anspruchslos. Ende Februar bis Anfang März solltest du alle Blütentriebe aus dem Vorjahr bis auf kurze Stummel zurückschneiden, damit er kompakt wieder austreibt und viele neue Blütentriebe bringt. Sobald der Strauch im Juli/August verblüht ist erfolgt ein zweiter Schnitt, bei dem du alle alten Blütenstände entfernen solltest. Die für deinen Tee benötigten Lavendelblüten kannst du zwischen Juni und August ernten und trocknen.

Echtes Johanniskraut

Nahaufnahme des Blütenstands einer Johanniskrautpflanze mit geöffneten Blüten. Die fünfblättrigen, spitz zulaufenden Blütenblätter umrahmen die filigranen gelben Pollenstandstengel. Die Blüten verzweigen sich in Gruppen von den hellgrünen Stengeln mit kleinen Blättern. Unterhalb der Blütendolde weitere Dolden mit gelben Knospen
Johanniskraut

Seine antidepressive Wirkung ist vor allem bekannt, aber Johanniskraut hilft auch bei Schlafproblemen. Allerdings wirst du einige Zeit warten müssen, bis eine Wirkung eintritt. Da können schon einige Woche vergehen, bis sich ein positiver Effekt einstellt.

Johanniskraut gibt es als Tablette, Kapsel, Tee oder Tinktur. Als sogenanntes Rotöl kann es aufgrund seiner entzündungshemmenden Eigenschaften kleine Wunden schneller verheilen lassen. Rotöl hilft auch bei Verstauchungen, Prellungen und leichte Verbrennungen.

Wenn du Johanniskraut zu dir nehmen möchtest, solltest du aber die Wechselwirkung mit anderen Medikamenten berücksichtigen: Du darfst es z.B. nicht mit blutverdünnenden Mitteln kombinieren. Es schwächt auch die Wirkung u.a. bei der Antibabypille, bei bestimmten Krebsmitteln und Medikamenten gegen Herz-Kreislauf-Krankheiten ab. Mit Antidepressiva zusammen darf es nicht kombiniert werden. Kinder und Jugendliche sowie Schwangere und Stillende sollten auch kein Johanniskraut zu sich nehmen. Am besten sprichst du die Einnahme mit deinen Ärzten ab. Außerdem wird die Haut durch das im Johanniskraut enthaltene Hypericin lichtempfindlich. Also gut vor der Sonne schützen, falls du Johanniskraut einnehmen solltest!

Im Garten gedeiht Johanniskraut an sonnigen Standorten und ist absolut pflegeleicht. Wenn du es für deinen Tee selbst ernten möchtest, solltest du das Echte Johanniskraut (Hypericum perforatum) wählen. Für den Tee kannst du die ab Juni sammelbaren, oberirdischen Pflanzenteile am besten frisch verwenden: Einfach eine Handvoll (natürlich gesäubert) mit einer Tasse heißem Wasser übergießen und ca. 10 Minuten ziehen lassen.

Von einer Wildsammlung solltest du Abstand nehmen, da man die Pflanze leicht mit dem giftigen Jakobskreuzkraut verwechseln kann.

Echte Kamille

Nahaufnahme einer Kamillenstaude, in der Mitte scharf. Die kleinen Blütensonnen mit intensiv gelben Blütenstempel umrahmt mit einem Kranz von weißen, streifigen Blütenblättern sind großteils geöffnet. Vereinzelt sieht man Knospen an den zarten, grünen Stengeln.
Kamille

Kamille ist ein regelrechter Tausendsassa aufgrund ihrer vielen Wirkungsweisen: Sie hilft bei Hauterkrankungen, bei Erkältungen, bei Entzündungen, bei Menstruationsbeschwerden, bei Bauchkrämpfen, Bei Magenbeschwerden, senkt den Blutzuckerspiegel, beugt Osteoporose vor und soll bei Frauen sogar lebensverlängernd wirken. Kein Wunder, dass sie bei den Alten Ägyptern als Blume des Sonnengottes verehrt wurde.

Kamillentee beruhigt, hilft beim Entspannen und hilft dadurch auch beim Einschlafen. Es wurde erforscht, dass Kamillentee dieselben Wirkmechanismen wie verschreibungspflichtige Benzodiazepine nutze. Natürlich wirkt Kamillentee nicht annähernd so intensiv wie Benzodiazepine.

Kamillentee ist aber nicht für Jeden geeignet: Kamille ist ein Korbblütler und Menschen mit Pollenallergie sollten Kamillentee nicht zu sich nehmen. Der im Supermarkt zu kaufende Kamillentee hat zudem eine zu geringe Intensität, um eine Heilwirkung zu erzielen. 

Für einen Kamillentee benutzt du 2 bis 3 Teelöffel getrocknete Kamillenblüten: Einfach mit heißem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen.

Kamille ist sehr pflegleicht. Sie braucht nur einen hellen Standort und bevorzugt einen lehmigen Boden. Die Blüten ernten, bevor es zur Samenreife kommt. Die getrockneten Blüten können ein Jahr ohne Wirkungsverlust gelagert werden.

Passionsblume

Nahaufnahme einer Passionsblumenblüte. Über einem Kranz von weißlich-grünen, oben abgerundeten Blütenblättern gibt es einen Kranz von dreifarbigen Streifen, der fast bis zum Rand der darunterliegenden Blütenblättern reicht. Die Farben dieser Streifen begibt innen unterhalb des Blütenstempels mit Dunkelaubergine, in der Mitte weiß und außen azurblau. Der Blütenstempel besteht auch aus 2 Schichten. Unten 5 dicke hellgrüne Stengel mit querliegenden grün-gelben Pollenstand, oben auf 3 fleischige auberginenfarbige, sich nach außen verdickende Blütenlippen. Im Hintergrund halb verdeckt eine weitere offene Blüte. Links von den beiden Blüten eine hellgrüne Knospe. Im Hintergrund sind die schlanken, oben spitz zulaufenden, dunkelgrünen Blätter der Pflanze zu sehen.
Passionsblume

Diese wunderschöne Rankpflanze ist inzwischen auch in einigen hiesigen Gärten zu finden. Ihren Ursprung hat sie jedoch in den tropischen Regionen Amerikas. Einige wenige Arten kommen aus Nordamerika, Australien und Asien. In ihrem Ursprungsgebiet, den Tropen Mittel- und Südamerikas, wurde sie von den indigenen Völkern schon lange als Heilpflanze verwendet.

Die Passionsblume entspannt die Muskeln, beruhigt die Nerven, wirkt krampflösend und lindert Ängste. Kein Wunder also, dass sie bei Ein- und Durchschlafstörungen unterstützen kann! Seit 2018 ist sie offiziell mit dem Label „schlaffördernd“ ausgezeichnet. Sie wird traditionell neben ihrer schlaffördernden Eigenschaft bei innerer Unruhe, Stress, Nervosität, Reizbarkeit, Angst, Erschöpfung, Kopf- und Rückenschmerzen, Verspannungen, aber auch bei Menstruationsbeschwerden und Bauchschmerzen angewendet. Warum die Passionsblume diese Eigenschaften besitzt, ist bisher wenig erforscht. Man weiß bis jetzt, dass der Extrakt der Passionsblume die Konzentration an GABA erhöhen kann. Durch den Extrakt aus den Blättern der Pflanze lassen sich nach aktueller Forschung die beste Wirksamkeit erzielen.

Erhältlich ist der Extrakt bei uns in der Regel in vielen Teemischungen, Tabletten, Kapseln, Tropfen oder auch Zäpfchen. Die Anwendung ist unproblematisch. Nebenwirkungen sind nur bei Überdosierung zu erwarten. Schwangere und Stillende sollten (ebenso wie bei der Anwendung bei Kindern) die Einnahme mit ihrem Arzt abklären.

Natürlich kannst du die Passionsblume auch in deinen Garten holen. Wenn du sie auch als Heilpflanze nutzen möchtest, steht dir aber nur die Sorte Passiflora incarnata von den etwa 530 verschiedenen Arten zur Verfügung. 

Falls du die Passiflora incarnata in deinen Garten geholt hast, kannst du für eine Tasse deines Einschlaftees ein bis zwei Teelöffel getrocknete und zerriebene Passionsblumenblüten mit heißem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen.

Die Passionsblume bevorzugt einen hellen, sonnigen Standort ohne stauende Hitze und braucht eine regelmäßige Wasserversorgung. Im Frühjahr oder späten Herbst kannst du ihre älteren Triebe bis zu einer Länge von ca. 15 cm zurückschneiden. Nicht jedoch an verholzten Trieben schneiden, da die Passionsblume an ihnen blüht. Ferner braucht die Passionsblume den ganzen Sommer über spätestens alle vierzehn Tage eine Unterstützung mit dem Gießwasser zugesetzten flüssigen Dünger.

Schafgarbe

Im Vordergrund 5 größere Blütenstände der Schafgarbe mit dunklem Stengel. An den filigranen Verzweigungen des Blütenstands sitzen am Ende nach oben gerichtet jeweils die kleinen, weißen Blütensterne, die zusammen die Blütendolde bilden. In der Mitte der 5 Blütendolden sind die Blüten noch nicht voll entwickelt und noch grün. Im Hintergrund unscharf andere Blumen mit rosa- und pinkfarbenen Blüten vor einer grünen Wiese. Am oberen Rand unscharf im Hintergrund mehrere Häuser mit rotgedeckten Giebeln.
Schafgarbe

Schafgarbe ist vordergründig kein schlafförderndes Kraut. Die in unserer Gegend weit verbreitete Wildpflanze wird aber nicht nur in der Frauenheilkunde auch bei Schlafbeschwerden eingesetzt. Ihre Haupt-Anwendung ist aber aufgrund ihrer schmerzstillenden Wirkung der Einsatz bei Menstruationsbeschwerden. Außerdem soll Schafgarbe verdauungsfördernd und gegen Blähungen wirken, die Leber stärken und sogar bei Krampfadern helfen. Bei Blasenentzündungen hilft die Schafgarbe auch gut, denn ihr hoher Kaliumgehalt regt die u.a. die Nierentätigkeit an. Außerdem helfen hier ihre krampflösenden, entzündungshemmenden, antibakteriellen und pilzfeindlichen Heilkräfte. Ihre wundheilende Wirkung ist inzwischen wissenschaftlich belegt. 

Auf die Psyche hat Schafgarbe eine beruhigende, entspannende und stimmungsaufhellende Wirkung. Dadurch kann die Schafgarbe auch bei nervös bedingten Schlafproblemen unterstützen. 

Die Schafgarbe ist ein Korbblütler. Daher kann ihre Einnahme allergische Reaktionen hervorrufen. Du solltest vor der Einnahme abklären, ob bei dir eine Allergie oder Sensitivität auf Korbblütler vorliegt.

Schafgarbe kannst du als Tee, in Kapsel- oder Tropfenform kaufen. Da sie aber hier auch wild wächst, kannst du sie natürlich auch selbst sammeln. Dabei aber bitte aufpassen: Denn die Pflanze hat einige giftige Doppelgänger. Der Riesenbärenklau und der gefleckte Schierling reizen die Haut und können bei der bloßen Berührung schmerzende Blasen bilden. Der Schierling ist zudem ein hochwirksames Gift, mit dem früher sogar Menschen von Amts wegen umgebracht wurden. Das Reichen des Schierlingsbechers ist heute noch ein geflügeltes Wort. 

Die beste Erntezeit ist der Hochsommer. Verwende aber keine Kräuter, die an Weg- oder Feldrändern gewachsen sind, da diese mit Hundekot oder Düngemitteln verunreinigt sein könnten. Am besten reservierst du ihr ein Plätzchen in deinem Garten und erntest sie dort.

Für deinen Schlaftee kannst du die oberen Teile des Krauts oder auch nur die Blüten verwenden. Ein Teelöffel reicht für 200 ml Wasser. Die Pflanzenteile kleinschneiden, mit heißem Wasser übergießen und 10 bis 15 Minuten ziehen lassen.

Aus den frischen Blüten kannst du aber auch eine Limonade herstellen. Und die frischen Blätter kannst du zum Würzen als Topping für deinen Salat oder deine Suppe nutzen.

Steinklee

Im Vordergrund drei höhere und mehrere halbhohe filigrane, weiße Blütendolden des Steinklees an zarten, hellgrünen Stengeln. Am linken und mittleren hohen Blütenstand ist jeweils eine Biene an einer Blüte. Eine dritte Biene fliegt in Richtung des linken hohen Blütenstengels. Im Hintergrund unscharf eine Blumenwiese mit weißen, gelben und vereinzelt lilafarbenen Blüten.
Steinklee

Aufgrund der in ihm enthaltenen Cumarine wird auch dem Steinklee eine schlaffördernde Wirkung zugeschrieben. Die bevorzugt an Weg- und Ackerrändern wachsende, gelbblühende und duftende Pflanze wirkt beruhigend, entzündungshemmend, krampflösend, schützt das Gewebe vor Wasseransammlungen und fördert den Rückstrom des Blutes Richtung Herz. Sie beugt auch nächtlichen Wadenkrämpfen vor.

Generell ist bei Heilpflanzen, die Cumarine enthalten, Vorsicht geboten. In höheren Dosen können Cumarine toxisch wirken. Es gibt seit 2011 deswegen den festgelegten Höchstwert von einer täglich tolerierbaren Aufnahmemenge 0,1 mg Cumarin pro kg Körpergewicht und Tag. Da z.B. auch im Cassia-Zimt (meistverkaufter Zimt in unseren Supermärkten) Cumarin enthalten ist, sollte man sicherheitshalber Steinklee besser in Tabletten- oder Kapselform zu sich nehmen als ihn als Tee trinken. Denn in den zu kaufenden Steinklee-Präparaten ist der Cumarin-Gehalt ausgewiesen und im Tee (auch im gekauften!) kann man den Cumarin-Gehalt nicht genau bestimmen. 

Menschen, die blutverdünnende Medikamente einnehmen, sollten Steinklee nicht einnehmen. Auch in der Schwangerschaft und Stillzeit darfst du Steinklee nicht zu dir nehmen.

Es lohnt sich aber trotzdem, Steinklee in deinem Garten anzubauen. Du holst dir mit ihm nicht nur eine sehr bienenfreundliche Pflanze in den Garten, sondern kannst dir auch ein schlafförderndes, mit Steinklee gefülltes Kissen ins Bett legen. Auch deinem Kleiderschrank oder deiner Küche tut ein mit Steinklee gefülltes Säckchen gut, denn sein intensiver Geruch hält Motten und Ungeziefer fern. Die Pflanze ist total anspruchslos und wächst auf jedem Boden an sonnigen Standorten. Außerdem ist sie eine optimale Gründüngung zur Bodenverbesserung für dein Gemüsebeet.

Fenchel

Im Vordergrund sitzt eine Biene auf den hellgelben, klein-blütrigen Blütendolden des Fenchels. Mehrere kleine Blüten sind jeweils zu einer Blütengruppe durch Verzweigung der unten liegenden, hellgrünen Blütenstängel in einer Dolde zusammengefasst
Fenchel

Die Fenchelsamen wirken vor allem beruhigend auf den Magen-Darm-Trakt und helfen bei Verdauungsbeschwerden. Deswegen findest du sie in vielen Magen-Darm-Teemischungen, aber auch in vielen Einschlaf- und Abendtees. Besonders, wenn du durch schweres Essen oder einen zwickenden Bauch vom Schlafen abgehalten wirst, solltest du mal Fencheltee vor dem Schlafen versuchen. Allerdings in etwas zeitlichem Abstand, denn er wirkt auch harntreibend. Fencheltee schützt unseren Körper nicht nur vor Bakterien und Viren und hilft bei Verdauungsproblemen, sondern schützt unsere Nerven durch seine ätherischen Öle und die enthaltenen B-Vitamine auch vor Stress. Da er jedoch auch geringe Mengen des krebserregenden Inhaltsstoffs Estragol enthält, solltest du maximal 2 bis 3 Tassen Tee pro Tag trinken. (Die krebserzeugende Wirkung von Estragol wurde bei Tierversuchen bei Nagern bei hoher Dosierung nachgewiesen. Bei Menschen wird Estragol aber anders verstoffwechselt. Deswegen lassen sich die Ergebnisse nicht eins zu eins auf Menschen übertragen)

Bei Atemwegserkrankungen ist er auch ein traditionell angewendetes Heilmittel: Das in ihm enthaltene Anethol lockert die Bronchialmuskulatur, wirkt schleimlösend und fördert den Abtransport des Schleims aus den Atemwegen.

Für deinen Fencheltee übergießt du einen Teelöffel zerkleinerter Fenchelfrüchte mit 150 ml siedendem Wasser und lässt ihn 10 bis 15 Minuten ziehen.

Wenn du deinen Fencheltee aus eigenem Anbau gewinnen möchtest, solltest du Gewürzfenchel (Foeniculum vulgare var. dulce) anbauen. Im zweiten Anbaujahr bildet er dann ab Juli seine etwa fünf Zentimeter großen Blütenstände. Er benötigt einen vollsonnigen, warmen und windgeschützten Standort und gedeiht auch gut in hohen und großen Kübeln.  In Trockenperioden musst du ihn regelmäßig wässern. Nach der Samenernte im Herbst solltest du ihn handhoch über dem Boden zurückschneiden. Im Winter sollte er gut abgedeckt werden.

Hanf

Nahaufnahme eines Hanfblütenstands. Die hellgrünen, schlanken, spitz zulaufenden Blätter verzeigen sich wie eine Rosette vom Stiel. Die kleinen, weißlichen Blüten nah am Stiel sind kaum zu erkennen.
Hanf

Hanf ist schon ein geniales Kraut: von stabilen Seilen bis zum in Deutschland nach wie vor illegalen Cannabisjoint ist alles drin! Bislang durften nur Landwirte unter sehr strengen Auflagen Hanf anbauen. Jetzt mit dem neuen Cannabis-Gesetz darfst du – sofern du erwachsen bist – Cannabis für den Eigenkonsum selbst anbauen. Es sind bis zu 3 Pflanzen gestattet und du darfst sie ausschließlich für den Eigenbedarf ernten. Medizinischer Cannabis kann seit 2017 im Einzelfall vom Arzt verschrieben werden, wenn eine andere Behandlung bzw. bei Epilepsie, Multipler Sklerose oder starken Schmerzen nicht anschlägt. 

Aus den Hanfblättern kannst du dir aber aufgrund seiner entspannenden Eigenschaften einen Schlummertee machen. Allerdings solltest du keine berauschende Wirkung erwarten. Damit liegst du nämlich total falsch. Denn Hanftee wird aus den getrockneten Blättern von Nutzhanfsorten hergestellt. Es gibt Hanftee lose und als Teebeutel zu kaufen. Für die Zubereitung einer Tasse wird 1 Teelöffel mit kochendem Wasser übergossen und 10 bis 15 Minuten ziehen gelassen. Da viele Inhaltsstoffe im Hanf schlecht wasserlöslich sind, solltest du etwas Fetthaltiges mit in den Tee geben. Mit einem Schuss Milch und etwas Honig schmeckt er richtig gut.

Weißdorn

Nahaufnahme einer Weißdornblüte am Strauch mit teilweise geöffneten weißen Blütenkelchen und gut sichtbaren Pollenstempeln. Teilweise sind die Blüten noch im Knospenstadium. Zwischen den einzelnen Blütenständen lugen die dunkelgrün-glänzenden Blätter hervor.
Weißdornblüte

Wirst du am Schlaf durch Kummer gehindert, so kann dir u.U. Weißdorn helfen. Weißdorn stärkt das Herz und harmonisiert den Herzrhythmus. Dadurch kann sich eine Entspannung einstellen und du findest besser in den Schlaf.

Um die seelische Wirkung des Weißdorns zu nutzen, hilft es nicht, Weißdorntee oder -pflanzensaft zu sich zu nehmen. Weißdorntee ist ein bewährtes Stärkungsmittel und beugt Herz- und Kreislaufschwächen vor. Für die beruhigende und entspannende Wirkung bei seelischem Kummer benutzt man besser die Blütenessenz des Weißdorns. Dazu jeden Tag mehrfach ein paar Tropfen der Essenz äußerlich in der Herzgegend auftragen und leicht verreiben.

Silberlindenknospen

Von dieser Pflanze habe ich leider kein schönes Foto gefunden 🙁

Der Extrakt aus den Knospen der Silberlinde wirkt harmonisierend auf das zentrale Nervensystem. Seine Wirkung ist so fein und sanft, dass er auch gut bei Kindern angewendet werden kann. Sie gilt als „seelentröstende Knospe“ und wird in der Gemmotherapie bei Erkrankungen der Psyche und des Nervensystems eingesetzt. Silberlindenknospen wirken stimmungsaufhellend, erhöhen die Stresstoleranz, wirken angst-, schmerz- und krampflösend und verbessern das Ein- und Durchschlafen.

Die Anwendung ist denkbar einfach: Ein paar Tropfen (je nach Angabe des Herstellers) des Silberlindenextrakts in ein Glas Wasser geben und trinken. Fertig. Nebenwirkungen sind keine bekannt.

Kalifornischer Mohn

Im Vordergrund teilweise leicht geöffnete und zum Teil geschlossene, gold-orangenfarbige Mohnblüten an dicklichen, hellgrünen Stengeln mit dunkelgrünen, farbig aufgespaltenen Blättern. Im Hintergrund unscharf eine Blumenwiese mit goldgelben und lilafarbenen Blumen
Gold- oder Schlafmützenmohn

Bezeichnenderweise heißt diese wunderschöne, goldgelbe, aus Amerika stammende Pflanze auch „Schlafmützchen“. Denn seine geschlossenen Blüten erinnern an Schlafmützen. Ein anderer, gängiger Name ist die Bezeichnung Goldmohn wegen seiner goldgelben Farbe. Seit 1903 gilt er als offizielle Staatsblume Kaliforniens. Die Indianer Nordamerikas setzten den Goldmohn u.a. als Beruhigungsmittel für ihre Kinder ein. 

Wie andere beruhigende Substanzen wirken einige Goldmohnalkaloide auf die GABA-Rezeptoren. Das erklärt ihre beruhigende und angstlösende Wirkung.

Die Alkaloide sind aber auch Grund für seine Giftigkeit. Weder die Blüten noch die Blätter sind essbar. Und – es ist schon echt eine Häufung – er wurde 2016 zur Giftpflanze des Jahres gewählt.

Die Pflanze ist denkbar anspruchslos und wächst auch an trockenen Standorten. Von Juni bis Oktober zeigt sie ihre wunderschönen goldgelben Blüten. Sie ist ein richtiger Bienenmagnet. Insofern ist sie ein echter Gewinn für deinen Garten.

Bei richtiger Dosierung hat man bei der Anwendung von Goldmohn keine Nebenwirkungen zu erwarten. Allerdings können Wechselwirkungen mit Opioden, Benzodiazepinen und auch mit Alkohol auftreten. 

Es empfiehlt sich, Goldmohn in Form von Fertigarzneimitteln zu sich zu nehmen. Das macht die Verwendung einfach und sicher. Auf jeden Fall solltest du die Einnahme mit deine Ärzten absprechen!

Der Vollständigkeit halber: Man kann sich auch einen Goldmohntee machen. Der Geschmack erinnert leicht an Schwarztee und lässt sich mit Zucker oder Honig verfeinern. 

Hafer

Nahaufnahme einer Haferrispe. Die doppelgespaltenen Körner hängen an ihren spitz zulaufenden, braungelben, längsgestreiften Hülsen am filigranen, waagrecht verlaufenden Halm. Im Hintergrund unscharf das Haferfeld
Hafer

Dass Hafer auch bei Schlafproblemen helfen kann, darauf kommt man erst, wenn man sich intensiver mit der Pflanze auseinandersetzt. Sprichwörtlich wird man ja, wenn man Unsinn verzapft, „vom Hafer gestochen“. Das lässt nicht gerade auf eine schlaffördernde Wirkung schließen. Eher auf das Gegenteil. Diese Redensart geht aber vermutlich nicht auf das menschliche Verhalten zurück, sondern auf das übermütige Verhalten von Pferden, wenn man sie mit Hafer füttert.

Hafer wird in Europa schon seit der Bronzezeit als Getreide angepflanzt. Zum Backen ist er allerdings nur bedingt geeignet, weil er wenig Gluten enthält. Haferbrote haben deswegen meist nur einen Haferanteil von etwa 20 Prozent. Hafer enthält wichtige Aminosäuren, Mineralstoffe, ungesättigte Fettsäuren und B-Vitamine. Dazu kommt der hohe Anteil an Ballaststoffen. Das macht Hafer zu einem wichtigen Bestandteil gesunder Ernährung.

Die beruhigende Wirkung von Hafer auf den Bauch hat wohl Jeder schon erfahren, wenn Oma uns einen Haferschleim für das zwickende Bäuchlein gemacht hat.

Unsere Vorfahren schlossen bei der Auswahl ihrer Arzneipflanzen oft von deren Eigenschaften auf die Heilwirkung der Pflanze. Der biegsame, anpassungsfähige und widerstandfähige Hafer wurde daher bei Patienten eingesetzt, die Belastungen nicht mehr gewachsen waren und sich dies durch Schlafstörungen und Erschöpfung zeigte.

Für Tee wird der Grüne Hafer genutzt. Für den Tee werden die Gräser der Haferpflanze noch vor der Blütezeit geerntet. Er enthält u.a. das beruhigende Alkaloid Avenin. 

Für eine Tasse benötigst du 1 bis 2 Teelöffel. Mit kochendem Wasser übergießen, 8 bis 10 Minuten ziehen lassen. Du kannst ihn über den Tag verteilt oder vor dem Schlafengehen trinken. Mehr als 2 Tassen pro Tag solltest du aber wegen seiner entwässernden Wirkung nicht zu dir nehmen. Schwangeren, Stillenden und Kindern wird abgeraten, Hafertee zu trinken.

Ashwagandha

Ein geöffneter, hellgrüner, ca. halbfingernagelgroßer Ashwagandha Blütenkelch mit deutlich erkennbaren Pollenstand mit jeweils 5 Blütenblättern und 5 Pollenständern. Das Größenverhältnis lässt sich durch den links im Bild befindlichen Daumennagel abschätzen. Der Blütenkelch sitzt auf einem etwa halb so breiten, pelzig aussehenden hellgrünen Ast, von dem mehrere Knospen und halbspitz zulaufende Blätter abgehen
Ashwagandha Blüte

Ashwagandha wird auch Schlafbeere genannt. Sie wird vor allem im Ayurveda eingesetzt. Entgegen dem Namen werden jedoch ihre Blätter und ihre Wurzel verwendet – und nicht die Beeren, wie man meinen könnte. Es gibt inzwischen einige Studien, die sich mit ihrer schlaffördernden Wirkung auseinandersetzen. Die Wurzel und Blätter von Ashwagandha enthalten etwa 40 verschiedene Withanolide, die gegen Stress, beruhigend und entspannend wirken. Zudem wird ihm eine positive Wirkung auf den Hormonhaushalt und das zentrale Nervensystem nachgesagt. Ashwagandha senkt den Cortisolspiegel und hebt gleichzeitig den DHEA-Spiegel. Damit wirkt es direkt in die Stressreaktion des Körpers ein. In Studien konnte zudem nachgewiesen werden, dass bei den Probanden sich auch die Schlafqualität deutlich verbessert hat: Die Teilnehmer konnten, schneller einschlafen, hatten einen erholsameren Schlaf und wachten zwischendurch auch viel seltener auf.

Da es noch keine Studien zur Anwendung von Ashwagandha in der Schwangerschaft und Stillzeit gibt, sollte man Ashwagandha während der Schwangerschaft und Stillzeit besser nicht einnehmen. Wenn du unter Diabetes, Bluthochdruck, Schilddrüsenfunktionsstörungen, psychischen Störungen und Autoimmunkrankheiten leidest, solltest du die Einnahme mit deinen Ärzten absprechen.

Ashwagandha nimmt man als Pulver mit viel Flüssigkeit ein. Entweder rührst du es in Wasser oder Fruchtsäfte oder mischst es in deinen Smoothie. Du solltest es aber nicht zu einer Mahlzeit einnehmen, da so die Wirksamkeit herabgesenkt wird.

Für eine Tasse des Ashwagandha-Schlaftrunks erwärmst du 1 TL Ashwagandha-Pulver, 2 Prisen Kurkumapulver, 2 Prisen Kardamonpulver, 1 Prise, Kreuzkümmelpulver, 1 Prise Nelkenpulver, 1 Prise Zimtpulver, 250 ml Hafermilch und 1 TL Yaconsirup und trinkst ihn ca. eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen.

Viel Spaß beim Ausprobieren – und lass von deinen Erfahrungen hören!

Quellen: 

https://www.yogamehome.org/yoga-blog/artikel/kraeuter-zum-einschlafen

https://www.zentrum-der-gesundheit.de/ernaehrung/nahrungsergaenzung/heilpflanzen/ashwagandha

https://karger.com/szg/article/29/6/352/299143/Hausmittel-fur-die-Psyche-Vergessene-Mittel-aus

https://www.aerzte.de/gesundheitsratgeber/kalifornischer-mohn-herkunft-wirkung-verwendung

Bildquellen: 

Pflanzen 1 bis 15 Pixabay

Ashwagandha: CC Lizenz von Vinayaraj, CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikimedia Commons

Wenn du mehr über Musikergesundheit erfahren oder einfach nur weiter mit mir in Kontakt bleiben möchtest, melde dich bei meinem Newsletter an!