Musiker in Bewegung – Buchrezension

Ferien sind ideal dafür, Neues auszuprobieren und sich mal wieder – neben dem wohlverdienten Chillen – etwas um sich selbst zu kümmern. Und wenn das damit einhergehen kann, dass die eigene Spielfähigkeit verbessert werden kann – das ist doch perfekt! Dafür möchte ich euch heute ein Buch für die Sommerferien empfehlen, mit dem ihr viel für eure Spielfähigkeit tun könnt: „Musiker in Bewegung“ von Alexandra Türk-Espitalier aus dem Zimmermann-Verlag.
Damit ihr es auch wirklich in den Ferien ausprobieren könnt, verlose ich ein Exemplar am kommenden Montag (18.06.2018) unter meinen Newsletter-Abonnenten.

„Leiden Musiker unter Problemen des Bewegungsapparates, schreibt man die alleinige Ursache meistens einer einseitigen Haltung am Instrument zu. Dies geht mitunter soweit, dass suggeriert wird, es sei schon an sich ungesund und belastend für den Körper, ein Instrument zu spielen. Ein häufiger Ratschlag lautet daher, einfach weniger zu üben. Diese „Lösung“ ist für einen Musiker selbstverständlich inakzeptabel. Die Vorstellung von der Schädlichkeit des Musikmachens an sich trifft nicht zu. Ist unser Körper in allen Bereichen ausreichend trainiert und gebrauchen wir ihn richtig, kann er viel leisten.“ (A. Türk-Espitalier: Musiker in Bewegung/Ursachen und Gewohnheiten S. 12)

Die Autorin Alexandra Türk-Espitalier ist Flötistin und Physiotherapeutin, lehrt an der Hochschule für Musik in Frankfurt und hat mit diesem Buch einen wertvollen und praxisbezogenen Ratgeber geschrieben, der seines Gleichen sucht. Im deutschsprachigen Raum ist das Buch schon eine ganze Weile verfügbar (seit 2007). Weltweit vertrieben wird das Buch seit der Herausgabe der englischen Fassung im Jahre 2016.

Besonders gut gefällt mir, dass immer wieder im Buch darauf eingegangen wird, dass eine richtige und gute Haltung Voraussetzung eines koordinierten Bewegungsablaufs ist. Der koordinierte Bewegungsablauf ist dann wiederum die Voraussetzung dafür, sich möglichst ungehemmt am Instrument ausdrücken zu können. Besonders hervorheben möchte dabei die Tabelle auf S. 104, wo die Autorin Musikalisches Ziel und Instrumentaltechnik in Relation zur jeweiligen Körperregion und Körperwahrnehmung stellt. Ich möchte euch daher ans Herz legen, die einführenden Teile der jeweiligen Kapitel durch zu lesen. Es lohnt sich!

Kern des Buches sind natürlich die über 100 praktischen Übungen mit und ohne Instrument. Die Übungen werden nach Körperregionen zusammengestellt vorgestellt, beschrieben und durch Fotos anschaulich gemacht. Es ist auch immer ein Foto mit einer „falschen“ Ausführung dabei, damit man typische Fehler vermeiden lernt. Es gibt auch unterschiedlich Übepläne für verschiedene Zielsetzungen in unterschiedlicher Länge, sei zur Verbesserung der Aufrichtung oder für den Schulter-Nacken-Bereich.
Ziel ist es natürlich, die Arbeit am Instrument so zu gestalten, dass nicht nur ein beschwerdefreies Spiel möglich wird, sondern auch die genaue Verwirklichung des gewünschten musikalischen Ausdrucks. Hier geht Frau Türk-Espitalier ausführlich darauf ein, dass ein in diesem Sinne optimales Musizieren an körperliche Voraussetzungen gebunden ist. Vereinfacht gesagt:
gute, stabile Haltung →
koordinierte Bewegung, gute Atmung →
optimaler Klang, musikalischer Ausdruck
Sie appelliert daher an die Leser, den Klang auch als Kontrollmittel für richtige Haltung und Bewegung einzusetzen.

Fazit: Ein absolut lesenswertes Buch, ein wertvoller Ratgeber und die Einladung, sich bewusst auf Entdeckungsreise in den eigenen Körper zu begeben und das eigene Spiel auf dieser Basis neu zu entdecken!

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